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 +====== Ermano Maggini (1931-1991) - Kommentare zu Werkausgabe 11 ======
  
 +**TORSO I** für zwei Violoncelli (1973/​74) ​       8'​-9'​\\
 +Lento con espressione – con calore\\
 +Molto ritmico – più mosso – espressivo con anima\\
 +Veloce e moto ritmico\\
 +Molto legato – espressivo devoto\\
 +\\
 +==== TORSO I für zwei Violoncelli ====
 +Es gibt eine frühe handschriftliche fragmentarische Notiz des Komponisten,​ die da heisst: '//mit dem Titel '​torso',​ den man in den Bereich der Musik überträgt,​ ist die kompositorische Arbeit als Klangestalt verstanden, welche das Schweigen... das...'// ​ Hier verstummt der Satz. Mit andern Worten: Das Werk, ein jedes Werk, bleibt ein Torso im Raum – der Raum ist es, sei es nun Klangraum oder Stille, was den Corpus vollenden wird. Jeder Corpus, auch der musikalische,​ bleibt ein Fragment der Stille, wird zum Torso des Raums. Diese Aussage widerspiegelt auch des Tonkünstlers Annäherung an das Klanggeschehen. Dass dieser Gedanke bereits das erste Werk der zehn Torsi begleitet hat, mag erstaunen; viel mehr noch trifft es auf die Orchesterwerke zu, auf Torso II, Torso VII oder die späten Trios. Diese räumliche Durchdringung,​ die zugleich den ganzen Erfahrungsreichtum des 20. Jahrhunderts wie ein Kondensat in sich trägt, ist in allen seinen Werken. Von hier aus erst erklärt sich seine musikalische Sprache und die Suche nach dem autonomen einzelnen Ton.\\
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 +Als Cellist des Gewandhaus-Quartetts Leipzig ist Jürnjakob Timm bereits seit den 90er Jahren durch die postumen Erstaufführungen der drei Streichquartette mit der Musik von Ermano Maggini vertraut (vgl. Edition und CD).\\
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 +Dass Torso I für zwei Celli (1973/74) vom Cellisten-Duo Jürnjakob Timm und Andreas Timm im Jahr 2015 für eine postume Erst-Einspielung aufgegriffen wurde, muss als ein Glücksfall gewertet werden, besonders, weil dieses Werk in der Einspielung der Werke für Violoncello solo durch Annick Gautier schmerzlich fehlt (vgl. Discographie Edition Jecklin). Torso I ist im Oeuvre des Komponisten das einzige Duo für zwei Celli geblieben. Uraufgeführt wurde das Werk im Mai 1975 im kleinen Tonhallesaal in Zürich (und fast zeitgleich in Chur), vom Cellistenpaar Christof Escher und Annick Gautier-Escher,​ dem es gewidmet war. Seither wurde es nicht wieder gespielt, bis die vom Cellisten-Duo Timm herausgegebene CD '​Laudatio Duette für zwei Celli' dazu Anlass gab. Im Begleittext heisst es zu Torso I von Ermano Maggini: 'Die Komposition besteht aus acht Abschnitten von aphoristischer Kürze.'​ Diese Konzentriertheit gilt auch für alle seine Kompositionen für Violoncello solo, die in diesem Verlag von der Fondazione Ermano Maggini Intragna sukzessiv herausgegeben werden und eigens kommentiert sind; (vgl. hierzu Werkliste und weitere Werkausgaben sowie Discographie). ​
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 +//Text und Redaktion : Evi Kliemand 2016//\\
 +//​Fondazione Ermano Maggini Intragna ​ www. ermanomaggini.ch//​\\
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