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Ermano Maggini (1931-1991) - Kommentare zu Werkausgabe 6

TORSO VIII

Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier
Animato 6'30
Con fuoco 3'22
Lento devoto 7'17
Gesamtdauer: ca. 16'
1989/1990 Zürich/Intragna
dem Trio Zemlinsky gewidmet

Torso VIII

Ein Trio für Klarinette in La e Si-b, Violoncello und Klavier vom Trio Zemlinsky im März 1991 - Todesjahr des Komponisten - im Kleinen Tonhallesaal in Zürich uraufgeführt und postum auf CD eingespielt. Torso IV, hier im Spiegel einer kleinen Werkgeschichte.

Allein in der Zeitspanne von 1988 bis 1991 hat Ermano Maggini vierzehn Werke geschrieben. Dazu gehört Torso VIII.
Sowohl die weitgespannte Klangarchitektur als auch die knappe expressive Verdichtung ist für Ermano Magginis Schaffen bezeichnend. In der für das Verständnis der musikalischen Sprache Magginis wichtigen Kammermusik der 70er-Jahre sind die späteren weitgefassten Klangräume der Orchesterwerke bereits vorgebildet.
Teil der ganzen Gestalt ist die Abwesenheit des Tons oder sein Verschwinden im Raum, einen umfassenden Kompositions-Zyklus nannte Maggini daher: Torso. Maggini sah den Raum, in den der Ton verschwindet als Teil der ganzen Gestalt, das Werk wird erst durch diese Stille vollendet; visuell hiesse das, die Gestalt schliesst sich im Unsichtbaren. Das mag auch für dieses Werk gelten. Zwischen dem Komponisten und der Cellistin Annick Gautier, der Pianistin Patricia Thomas und dem Klarinettisten Thomas Friedli entspann sich über einen längeren Zeitraum hinweg ein freundschaftlicher Austausch. Verschiedene Werke entstanden für diese Instrumente und kamen nach und nach zur Aufführung (vergleiche hierzu Werkverzeichnis und Discographie sowie weitere Werkausgaben in der Edition Müller & Schade).
Die CD hierzu erschien 1993, herausgegeben von der Fondazione Ermano Maggini Intragna, Edition Jecklin Szene Schweiz JS 295-2. Dies wurde auch möglich Dank des grosszügigen Entgegenkommens der Verantwortlichen des Radiostudios der italienischen Schweiz, Lugano Rete 2.

Texte: Evi Kliemand 1993/2011


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